Durchfallerkrankungen bei Hund und Katze

Der Durchfall, in der Fachsprache auch Diarrhoe genannt, gehört zu den häufigsten Gründen, weshalb der Vierbeiner tierärztliche Hilfe braucht. Hat der Hund Durchfall, wird gleichzeitig seine Darmflora angegriffen. Umgekehrt ist es ebenso: Eine kranke Darmflora führt oftmals zu Durchfall.

Während die Ursachen vielfältig sein können, ist die Definition des Durchfalls einfach: Beim Durchfall sind Menge, Wassergehalt und die Häufigkeit des Kotabsatzes erhöht. Zusätzlich können Störungen der Darmmotilität (Darmbewegung) auftreten.

Die Darmflora
Milliarden kleinster Mikroorganismen tummeln sich im Darm. Man unterscheidet zwischen pathogenen Bakterien – also krank machenden Erregern – und für die gesunde Darmflora förderliche Bakterien wie z.B. Milchsäurebakterien. Diese „guten“ Bakterien sind fleißige Helfer des Immunsystems. Sie haben einen positiven Einfluss auf die Verdauungssäfte, Enzyme und die Darmschleimhaut. Sie konkurrieren um Nahrung und Platz mit den Krankheitserregern – diese werden regelrecht verdrängt. Zudem sorgt eine intakte Darmflora für gute Verdauung.

Die Aufgaben der natürlich balancierten Darmflora
1. Verdrängung pathogener Bakterien
2. Stimulation des Immunsystems
3. Verbesserter Aufschluss der Nahrung
4. Aufrechterhaltung der Darmperistaltik

Gestörte Darmflora
Wird die normale Darmflora gestört, kann es zu einer übermäßigen Besiedelung durch Krankheitserreger kommen und der Hund bekommt Durchfall. Auch Antibiotika-Behandlungen können die Schutzfunktion angreifen – oft unterscheiden die Medikamente nicht zwischen „guten“ und „bösen“ Bakterien.
Die Darmflora ist gestört, ihr Abwehrmechanismus funktioniert nur noch eingeschränkt und die Darmwand wird in Mitleidenschaft gezogen.

Mögliche Ursachen von Durchfall
Viren (z.B. Parvoviren, Coronaviren, Staupeviren)
Parasiten (z.B. Würmer – Spul-, Haken-, Peitschenwürmer, Protozoen – Giardien, Kokzidien)
Bakterien (z.B. Salmonellen, E. coli)
Pilze (z.B. Candida-Infektion, Soor)
Stoffwechselerkrankungen (z.B. Urämie, Pankreasinsuffizienz)
Medikamente (z.B. Antibiotika oder manche Schmerzmittel)
Vergiftungen (z.B. Insektizide, Thallium-Vergiftung)
Allergische Reaktionen vom Soforttyp (z.B. auf Milch, Käse, Schweinefleisch, Konservierungsstoffe)
Diätfehler, Futterunverträglichkeiten (z.B. plötzlicher Futterwechsel, zu fettreiches oder verdorbenes Futter, Essensreste, Knochenfütterung)
Stress (Genau wie uns Menschen, können auch bei unseren Vierbeinern andauernder Stress auf das Immunsystem schlagen und im Magen-Darm-Trakt für Unruhe sorgen. Hierunter können z.B. Futterumstellung, lange Reisen, Aufenthalte in Tierpensionen, Besitzerwechsel usw. fallen )

Schritt für Schritt den Durchfall bekämpfen:
Schritt 1: ein bis zwei Tage Fasten – kein Futter, außer die vom Tierarzt verordneten Diät- oder Ergänzungsfuttermittel
Schritt 2: bis zum Abklingen der Symptome Schonkost – zusätzlich Darmflora unterstützende Mittel
Schritt 3: nach Abklingen der Symptome langsam wieder an normale Kost gewöhnen und die Darmflora wieder aufbauen!

Rezeptvorschlag Schonkost
1/3 Hüttenkäse / Magerquark / Hühnerfleisch ohne Haut
1/3 Reis
1/3 Karotte
Den Reis mit der doppelten Menge Wasser kochen und danach abkühlen lassen. Den Hüttenkäse auf Zimmertemperatur bringen. Die Karotten gründlich waschen, danach reiben. Hüttenkäse, Reis und Karotten gut vermischen.
Bitte füttern Sie mehrmals am Tag (3 bis 5 mal) kleine Portionen des zubereiteten Futters, sonst muss der angeschlagene Magen-Darm-Trakt zusätzlich mit einer Überbelastung kämpfen.
Während der Schonkost-Diät können Sie unterstützend Probiotika geben.

Falls der Durchfall sich nicht innerhalb von 2 bis 3 Tagen bessert, bringen Sie Ihren Vierbeiner dringend zum Tierarzt!